Direktdruck
Durch die Technologie des indirekten Tiefdrucks erschließen sich dem Laminatbodenhersteller ganz neue Möglichkeiten der Oberflächengestaltung.
Die einzige Gemeinsamkeit zwischen herkömmlichen Laminat- und Druckfußböden bildet die HDF-Trägerplatte. Beim Druckfußboden kommt nicht das herkömmliche Verfahren des Dekorpapierverleimens und der Melaminharzverpressung zum Tragen. Das Dekor wird hier direkt auf die HDF-Trägerplatte gedruckt. Man spricht in diesem Zusammenhang auch vom direkt bedruckten Laminat oder vom DPL-Verfahren (Direct Printed Laminate), welches durch die DIN EN 15468 definiert ist.
Der Lackierprozess im Rahmen des DPL-Verfahrens ist relativ komplex und greift auf eine Kombination von pigmentierten, wasserverdünnbaren Primern und Grundierungen zurück. Diese werden im Walzverfahren aufgetragen. Sie sind für die Haftungsvermittlung zum HDF-Träger sowie die Basisfarbgebung verantwortlich.
Mittels Hydro-Druckfarben wird auf einer Mehrfarb-Druckmaschine das Dekor direkt auf die zuvor grundierten HDF-Trägerplatten gedruckt. Die Verwendung von Dekorpapier ist damit nicht mehr nötig.
Um die laminattypischen, hohen Abriebwerte zu erreichen, werden anschließend, ebenfalls im Walzverfahren, antiabrasive UV-Grundierungen aufgetragen und mit einem UV-Schleifgrund abgedeckt.
Einen technischen Meilenstein stellen die von Klumpp Coatings entwickelten und kurz vor der Serieneinführung stehenden 3D-Strukturlacke dar. Sie sind in der Lage, rustikale Oberflächenstrukturen perfekt abzubilden und dem DPL-Boden dadurch eine nie dagewesene Authentizität zu verleihen. Dieses Verfahren ist einzigartig!
Als Finish kommen UV-Anti Scratch Decklacke zum Einsatz, wahlweise kombiniert mit sogenannten UV-Porenlacken, um offenporige Holzarten so naturgetreu wie möglich abzubilden.

